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Hautveränderungen in der Pubertät – was Teenagerhaut wirklich braucht

Autorenbild: Nelli Fazio
Nelli Fazio
9. Okt.
4 Min. Lesezeit

Plötzlich glänzt die Stirn, auf der Nase zeigen sich Mitesser und vor einem wichtigen Anlass taucht ein Pickel auf. In der Pubertät verändert sich nicht nur der Körper, sondern häufig auch die Haut. Das kann verunsichern – besonders dann, wenn soziale Medien scheinbar makellose Gesichter zeigen.


Die gute Nachricht: Wer versteht, was hinter diesen Veränderungen steckt, kann seine Haut gezielter pflegen. Eine einfache, verträgliche Routine ist eine gute Grundlage. Bei ausgeprägter Akne braucht es zusätzlich eine medizinische Behandlung.


Haut in der Pubertät/ Teenagerhaut
Haut in der Pubertät

Warum wird die Haut in der Pubertät oft fettiger?


Während der Pubertät steigen unter anderem die Androgene an. Diese Hormone kommen bei allen Geschlechtern vor und regen die Talgdrüsen an. Sie können dadurch mehr Talg produzieren. Talg ist das natürliche Hautfett und hilft, die Haut vor dem Austrocknen zu schützen. Mehr davon kann jedoch zu stärkerem Glanz führen und die Entstehung von Akne begünstigen. Auch die Veranlagung spielt eine Rolle: Akne tritt in manchen Familien häufiger auf. [1]


Nicht alle Jugendlichen entwickeln dieselben Hautprobleme. Eine Pflege sollte deshalb zum tatsächlichen Hautzustand passen – und nicht nur zum Alter.


Wie entstehen Mitesser und Pickel?


Akne betrifft die Haarfollikel mit ihren angeschlossenen Talgdrüsen. Wenn Talg und abgestorbene Hautzellen den Ausgang eines Follikels verstopfen, können Mitesser entstehen. Entzündungsprozesse und normalerweise auf der Haut vorkommende Bakterien tragen zur Entwicklung entzündlicher Pickel bei. Betroffen sind häufig Gesicht, Brust und Rücken. [1]


  • Offene Mitesser erscheinen als dunkle Punkte. Ihre Farbe entsteht durch Veränderungen des Pfropfs an der Luft, nicht durch Schmutz.

  • Geschlossene Mitesser zeigen sich als kleine, helle Erhebungen unter einer geschlossenen Oberfläche.

  • Papeln und Pusteln sind entzündete Erhebungen; Pusteln enthalten sichtbar Eiter.

  • Tiefe Knoten können schmerzhaft sein und Narben hinterlassen. [1, 2]


Akne ist keine Folge mangelnder Sauberkeit. Häufigeres Waschen oder kräftiges Schrubben beseitigt ihre hormonellen Ursachen nicht und kann die Haut zusätzlich reizen. [2, 3]


Entstehung von Mitesser
 Entstehung von Mitesser
Entstehung eines entzündlichen Pickel
Entstehung entzündlicher Pickel

Warum kann fettige Haut trotzdem spannen?


Glanz bedeutet nicht automatisch, dass die Haut ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt ist. Auch bei Akne kann sie trocken sein, etwa durch reizende Pflege oder bestimmte Aknepräparate. Brennen, Schuppen und Spannungsgefühle sind deshalb kein erwünschtes Zeichen dafür, dass eine Behandlung besonders gut wirkt.


Eine geeignete Feuchtigkeitspflege kann Trockenheit lindern und helfen, eine Aknebehandlung besser zu vertragen. Empfehlenswert sind leichte Produkte für zu Akne neigende Haut. Die Kennzeichnung «nicht komedogen» bedeutet, dass ein Produkt darauf ausgelegt ist, die Poren nicht zu verstopfen; eine individuelle Reaktion bleibt dennoch möglich. [4, 5]


Eine einfache Pflegeroutine für Teenager


Morgens

Sanft reinigen: Bei fettiger, zu Akne neigender Haut eignet sich eine milde, seifenfreie Reinigung. Lauwarmes Wasser und die Fingerspitzen reichen aus. Bei trockener oder empfindlicher Haut kann eine Reinigung nur am Abend genügen. [3, 6]


Bei Bedarf Feuchtigkeit zuführen: Eine leichte, möglichst parfumfreie Creme kann trockene oder spannende Haut unterstützen. Entscheidend ist die Verträglichkeit. [4, 6]


Abends

Make-up und Sonnenschutz sanft entfernen, die Haut reinigen und bei Bedarf Feuchtigkeitspflege auftragen. Ein Gesichtswasser, mehrere Seren oder eine tägliche Peelingroutine sind dafür nicht notwendig. Neue Produkte am besten einzeln einführen, damit sich die Verträglichkeit beurteilen lässt. [2, 6]


Welche Wirkstoffe helfen bei Akne?


Für Akne gibt es wirksame Behandlungen. Benzoylperoxid wirkt gegen an Akne beteiligte Bakterien. Salicylsäure kann bei verstopften Poren und Mitessern helfen. Medizinische Retinoide, beispielsweise Adapalen, beeinflussen die Verhornung im Follikel und helfen, neue Verstopfungen zu verhindern. [5, 7]


Diese Wirkstoffe können auch reizen. Welches Präparat geeignet ist, hängt unter anderem von Alter, Akneform und Hautverträglichkeit ab. Apotheke oder dermatologische Praxis können dazu beraten. Mehrere starke Wirkstoffe gleichzeitig auf eigene Faust zu kombinieren, ist keine sinnvolle Abkürzung.


Jugendliche brauchen keine Anti-Aging-Routine. Ein kosmetisches Retinolserum ist ausserdem nicht mit einer gezielt ausgewählten medizinischen Aknebehandlung gleichzusetzen. [6, 7]


Was sollte man vermeiden?


Pickel ausdrücken oder aufkratzen kann Narben und dunkle Flecken begünstigen. Grobe Peelings, Bürsten und stark austrocknende Produkte können zusätzlich reizen. Auch ständig neue Produkte auszuprobieren, erschwert es, eine hilfreiche Routine zu erkennen. [3, 5]


Eine Aknebehandlung braucht Geduld: Erste sichtbare Verbesserungen können sechs bis acht Wochen dauern. Bei deutlicher Verschlechterung, Schmerzen oder Narben sollte man jedoch frühzeitig ärztlichen Rat suchen. [8]


was sollte eine Teenagerhaut vermeiden
was sollte Teenagerhaut vermeiden?

Verursachen Schokolade oder Milch Pickel?


Die Ernährung wird in der Akneforschung untersucht. Sie lässt sich aber nicht als einfache Erklärung für jeden Pickel verwenden. Die NICE-Leitlinie sieht nicht genügend Belege, um eine bestimmte Diät als Aknebehandlung zu empfehlen. [8]


Für Jugendliche ist eine ausgewogene Ernährung sinnvoll. Ganze Lebensmittelgruppen aus Angst vor Pickeln zu streichen, sollte nicht ohne fachliche Beratung geschehen. Akne ist kein persönliches Versagen und kein Grund, sich für das eigene Essen zu schämen.


Wann ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll?


Bei tiefen, schmerzhaften Knoten, beginnenden Narben, anhaltenden dunklen Flecken oder ausbleibender Besserung ist ärztliche Unterstützung sinnvoll. Auch wenn die Haut das Selbstvertrauen stark belastet oder Jugendliche sich deshalb zurückziehen, sollte das ernst genommen werden. Man muss nicht warten, bis die Akne «schlimm genug» aussieht. [2, 6, 8]


Eltern können helfen, indem sie zuhören und Unterstützung anbieten, ohne die Haut ständig zu kommentieren. «Du musst dich besser waschen» trifft die Ursache nicht und kann zusätzlichen Druck erzeugen.


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Unser Ansatz bei NM-Beauty


Bei NM-Beauty möchten wir verständlich erklären, was die Haut braucht, und bei der Auswahl einer überschaubaren, passenden Pflege unterstützen. Eine kosmetische Begleitung kann die tägliche Pflege ergänzen.


Die Diagnose und medizinische Behandlung von Akne gehören in ärztliche Hände.


Teenagerhaut braucht keine perfekte Zehn-Schritte-Routine. Sie braucht passende Pflege, Geduld und bei Bedarf rechtzeitig fachliche Hilfe.


Dieser Beitrag vermittelt allgemeines Wissen und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.


Quellen

Die medizinischen Aussagen stützen sich auf dermatologische Fachinformationen und eine evidenzbasierte Leitlinie. Empfehlungen zur Basispflege sind nicht mit einem Heilungsnachweis für ein bestimmtes Kosmetikprodukt gleichzusetzen. Quellen geprüft am 9. Oktober 2026.

  1. NIAMS – Acne: Overview, Symptoms and Causes. https://www.niams.nih.gov/health-topics/acne

  2. Royal Children’s Hospital Melbourne, Dermatology Department – Acne and teen skin health, überprüft August 2025. https://www.rch.org.au/kidsinfo/fact_sheets/acne/

  3. American Academy of Dermatology – Acne: Tips for managing. https://www.aad.org/public/diseases/acne/skin-care/tips

  4. American Academy of Dermatology – Moisturizer: Why you may need it if you have acne. https://www.aad.org/public/diseases/acne/skin-care/moisturizer

  5. NIAMS – Acne: Diagnosis, Treatment and Steps to Take. https://www.niams.nih.gov/health-topics/acne/diagnosis-treatment-and-steps-to-take

  6. American Academy of Dermatology – A dermatologist’s guide to skincare from growing up to glowing up, 28. Oktober 2025. https://www.aad.org/news/dermatologist-guide-skincare

  7. American Academy of Dermatology – Acne: Diagnosis and treatment. https://www.aad.org/public/diseases/acne/derm-treat/treat

  8. NICE – Acne vulgaris: management, Leitlinie NG198, Empfehlungen. https://www.nice.org.uk/guidance/ng198/chapter/recommendations


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